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Eigene Homepage als Fotograf

Eigene Homepage als Fotograf

Wer diese Woche meinen Blog besucht hat, wird bemerkt haben, dass ich ihn mit einem neuen Design bestückt habe. Neben dieser Homepage betreibe ich zwei weitere Webseiten, die sich jedoch um meine fotografischen Dienstleistungen drehen. Ich wollte das neue Design zum Anlass nehmen, euch ein paar Punkte auf dem Weg zur eigenen Webseite mit zu geben. Vorweg: Ich bin kein Webdesigner und meine Kenntnisse tendieren gegen null. Ich bin definitiv nicht in der Lage, eine Webseite selbständig zu gestalten, geschweige denn zu programmieren. Dennoch glaube ich, meine Seiten können sich sehen lassen – auch ohne einen Webdesigner mit mehreren tausend Franken zu bezahlen. Ich möchte euch gerne aus der Sicht eines Laien vermitteln, wie ihr ebenfalls als Laie zu einem vergleichbaren Ergebnis kommen könnt. Natürlich ist da auch viel Halbwissen dabei und ich möchte auf keinen Fall eine Garantie geben, was diese Infos angeht. Das soll übrigens keine Schritt für Schritt Anleitung sein: Zu allen Punkten, die ich anspreche, gibt es kostenlose Informationen und Tutorials im Internet. Vielmehr möchte ich euch motivieren, dieses Projekt endlich anzugehen und euch zeigen, dass ihr die Sache im Zweifelsfall auch einfach selbst in die Hand nehmen könnt, wenn euch das Geld für einen Webdesigner fehlt.

Die eigene Webseite: Eure Visitenkarte im Netz

Homepage für Fotografen
Eure Webseite ist eure Visitenkarte im Internet. Im Gegensatz zu Facebook, Twitter, Instagram usw. bestimmt ihr selbst, was zu sehen ist. Ihr definiert, wie gross eure Bilder sein dürfen und in welcher Qualität und Grösse ihr sie zur Verfügung stellt. Ihr bestimmt selbst, was in Ordnung ist und was nicht auf eure Homepage passt. Hier habt ihr die Möglichkeit, euch als Fotograf frei zu präsentieren. Dennoch wollt ihr natürlich als professioneller Fotograf auch professionell wirken. Wenn ihr plant, Aufträge über eure Homepage zu generieren, solltet ihr für den einen oder anderen Punkt ein paar Scheine investieren (es ist günstig, versprochen!).

Ich empfehle euch auf jeden Fall einen professionellen, kostenpflichtigen Webhoster. Es gibt zwar kostenlose Hoster – diese sind allerdings gähnend langsam und ballern eure Homepage mit Werbung zu. Mal ehrlich: Wer will seinen Kunden lange Ladezeiten und nervtötende Pop Ups zumuten? Was würdet ihr von solch einem Dienstleister denken, wenn ihr die Sichtweise eines potentiellen Kunden einnehmt? Also! Ein eigener Webhoster muss her – in meinem Fall nutze ich den schweizer Webhoster Cyon und hoste alle drei Homepages über das günstigste Paket.

Weiter solltet ihr euch eine eigene Domain reservieren. Für meine .ch Domains bezahle ich jeweils um die 15.- Franken pro Jahr – Peanuts wenn ihr dafür eine professionelle Aussenwirkung erzielen wollt. Würdet ihr einen Handwerker über die Webseite hansmuster.irgendeingratisanbieter.de beauftragen? Ich nicht.

Wie erstelle ich meine Webseite?

Klassische, statische Webseiten, lassen sich mit HTML programmieren – etwa im Windows Texteditor. Nur sehen die Resultate nicht besonders ansprechend aus (sofern ihr nicht mehr Ahnung davon habt, als ich) und statische Webseiten bringen so manche Nachteile mit sich. Wenn ihr beispielsweise nach einem Jahr eure Homepage um einen Blog ergänzen möchtet, müsst ihr diesen Punkt auf jeder Einzelseite eurer Webseite über den HTML Code einfügen. Glücklicherweise gibt es heutzutage einfachere und erst noch bessere Möglichkeiten. Meine persönliche Wahl: WordPress.

Installieren lässt sich WordPress denkbar einfach: Beachtet bei der Wahl eures Webhosters einfach, dass dieses unterstütz ist und im einfachsten Fall direkt über den Host installiert werden kann. In meinem Fall habe ich mich also eingeloggt und im entsprechenden Menü WordPress mit einem einfachen Klick installiert. Der darauf folgende Dialog ist auch für unerfahrene Nutzer relativ selbsterklärend. Füllt alles aus, bestätigt es. Gratuliere, ihr habt soeben eure Homepage erstellt. Natürlich sieht das Ganze noch etwas dürftig aus und muss mit einem schönen Design und Inhalten befüllt werden. Ich empfehle euch an diesem Punkt ein passendes Design (oder „Theme“) zu suchen. Über Google findet ihr eine grosse Auswahl an kostenlosen und kostenpflichtigen Designs, u.A. auch gezielt für Fotografen. Ob ihr Geld investieren möchtet, oder ob ihr euch mit einem der (teilweise sehr schönen) kostenlosen Designs entscheidet, müsst ihr mit euch selbst ausmachen. Kostenpflichtige Designs bieten den Vorteil, dass sie regelmässig mit Updates bedient werden (was punkto Sicherheit ein Thema sein kann) und ihr in den Genuss des Supports kommt. Kostenlose Designs wieder sind… Überraschung… Kostenlos!

Meiner Erfahrung nach ist die Suche nach einem passenden Design der nervenaufreibendste Teil auf dem Weg zur eigenen Homepage. Gerade bei kostenlosen Themes müsst ihr manche Nachteile in Kauf nehmen, was die Möglichkeiten zur Individualisierung angeht. Oft müssen mehrere Designs getestet werden, bis ihr ein passendes gefunden habt. Fehlende Funktionen können über PlugIns nachgerüstet werden, wobei ihr hier sicherstellen solltet, dass ihr euch für vertrauenswürdige Anbieter entscheidet (Stichwort: Sicherheit.). Ich empfehle definitiv das WordPress Jetpack zu installieren – es bietet euch tolle Möglichkeiten, was die Galerie angeht, sowie umfangreiche Statistiktools und viele weitere Features. Last but not least: Entscheidet euch unbedingt für ein responsives Design: Rund die Hälfte eurer Besucher sind mit dem Tablet oder dem Smartphone unterwegs – auch sie sollen eine tolle und einfache Nutzererfahrung haben.

Was muss auf die Webseite?

Achtet darauf, die Webseite nicht zu überladen. Definitiv zeigen solltet ihr euer Portfolio. Entscheidet euch für eure besten Bilder. Denkt mal auf diese Weise darüber nach: Wenn eure zwanzig besten Bilder online sind, wertet der nicht so gute Rest das Gesamtpaket doch bloss noch ab. Ausserdem solltet ihr sicher sein, dass ihr das zeigt, wofür ihr gebucht werden wollt. Wen ihr Hochzeiten fotografiert, zeigt Hochzeiten und nicht Makroaufnahmen aus dem nächstgelegenen Wald. Weiter braucht ihr aus gesetzlichen Gründen ein Impressum. Kontaktangaben oder gar ein Kontaktformular sollten vorhanden sein, sowie ein kleines „About Me“. Ob ihr Preise auf eurer Homepage veröffentlicht, ist eure eigene Entscheidung und hängt von eurer Marketingstrategie und Zielgruppe ab. Ein Blog bzw. eine News Sektion kann Sinn machen um Traffic zu generieren – jedoch bloss, wenn regelmässig Beiträge veröffentlicht werden. Liegt der letzte Beitrag zwei Jahre zurück, gehe ich als Besucher davon aus, die Seite sei inaktiv um nicht zu sagen tot. Nicht vergessen: Macht es euren Besuchern so einfach wie möglich, sich auf eurer Homepage zurechtzufinden.
Ich hoffe, ich konnte euch motivieren, das Langzeitprojekt „Eigene Webseite“ endlich in die Hand zu nehmen. Vielleicht müsst ihr, je nach Ansprüchen, mal einen Tag investieren – schnellere Lösungen lassen sich auch in ein paar Stunden umsetzen. Wenn ihr mit WordPress nicht klar kommt (ist bloss Übungssache, eigentlich ist es ganz leicht), greift eben auf die Möglichkeiten von 500px oder Behance zurück – immer noch besser, als keine Webseite zu haben. Ich möchte die Phrase „ist in Arbeit“ nur noch dann hören, wenn die Seite zwei Tage später steht! 😉