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Schlagwort: Luminanzmasken

Mit Luminanzmasken arbeiten (Aktionen!)

Mit Luminanzmasken arbeiten (Aktionen!)

Wer sich mit der Landschaftsfotografie beschäftigt kommt über kurz oder lang mit dem Thema „Luminanzmasken“ in Kontakt. Für all diejenigen, die darunter erstmal nur Bahnhof verstehen, oder sich vielleicht auch schon mal ansatzweise mit dem Thema beschäftigt haben, möchte ich hier eine kleine Einführung geben. Zusätzlich erhaltet ihr ein kostenloses Aktionspaket zur Erstellung der Luminanzmasken. Was ihr dafür tun müsst? Nichts! Die Aktionen sind ein kleines Geschenk an euch!

Was sind Luminanzmasken?

Eine Luminanzmaske ist eine Auswahl, die auf den Helligkeitsinformationen eures Bilds basiert. Stellt euch vor, ihr befindet euch in dieser klassischen Situation: Ihr wollt euren Himmel abdunkeln und die Kontraste anpassen. Wenn ihr nun eine Einstellungsebene erstellt – zum Beispiel eine Gradationskurve – wirken sich die Veränderungen aber nicht bloss auf den Himmel aus, sondern auf das komplette Bild. Was könnt ihr also tun? Ihr könnt versuchen, bloss die hellsten Bereiche zu bearbeiten und eine komplexe Kurve dazu anlegen. Das ist umständlich. Ihr könnt ebenfalls versuchen, die Bereiche, die nicht bearbeitet werden sollen, über eine Maske auszublenden. Das ist ebenfalls mühseelig und selten präzise. Spätestens wenn komplexe Strukturen am Horizont auftauchen – zum Beispiel Bäume – könnt ihr das präzise Arbeiten mit dem Pinsel vergessen. Weiter könnt ihr versuchen den Himmel freizustellen – etwa mit dem Schnellauswahlwerkzeug oder mit dem Zauberstab. Diese Vorgehensweise ist ebenfalls sehr aufwändig und nicht gerade einfach umzusetzen. Zum Glück bietet Photoshop eine einfachere Methode, wie ihr eine schnelle und zudem extrem saubere wenn nicht sogar perfekte Auswahl erstellen könnt: Die Luminanzmaske!

Dazu benötigt ihr die Kanäle in Photoshop. Bei diesem Thema ist bei den meisten erstmal Feierabend – zugegeben: Diese wirken auf den ersten Blick extrem kompliziert. Aber keine Angst: Ich werde euch Schritt für Schritt durchführen und auch wie gesagt auch ein kostenloses Aktionspaket zur Verfügung stellen, mit dem ihr euch die ganze Arbeit in Zukunft sparen könnt. Die Kanäle bieten euch die tolle Möglichkeit, Bereiche im Bild aufgrund ihrer Helligkeit auszuwählen. Das ist nützlich, da z.B. der Himmel typischerweise heller ist, als der Horizont – statt nun also mühseelig eine manuelle Auswahl zu erstellen, könnt ihr Photoshop damit beauftragen, eine Maske zu erstellen, die bloss Bereiche ab eine gewissen Helligkeit beinhaltet. Wenn ihr diese Maske über eure Einstellungseben legt, werden auch bloss die gewünschten Bereiche bearbeitet.

Wie erstelle ich eine Luminanzmaske?

Um eine Auswahl zu erstellen, könnt ihr mit gedrückter Ctrl Taste (Mac: CMD / ⌘) auf das kleine Bild des RGB Kanals klicken.

 

Luminanzmasken erstellen
Ctrl + Klick auf den RGB Kanal erstellt eine Auswahl der hellen Bildbereiche.

 

Nun sind sämtliche Bereiche ausgewählt, die heller sind als 50%. Das ist bereits ein guter Anfang – im Prinzip lässt sich bereits von einer Luminanzmaske sprechen (nämlich von der Maske „Lichter 1“). Diese ist aber unter Umständen noch nicht präzise genug, um den Himmel anzusteuern aber den Horizont auszusparen. Dazu lässt sich die Auswahl nun weiter verfeinern – d.h. noch stärker auf die Lichter konzentrieren. Mit einem Klick auf das Maskensymbol können wir die Auwahl erstmal in den Kanälen abspeichern. Wir nennen den neuen Kanal „Lichter 1“.

 

Luminanzmasken speichern
Mit einem Klick auf das Symbol wird die aktuelle Auswahl in einem neuen Kanal gespeichert.

 

Nun kann die Auswahl weiter auf die Lichter konzentriert werden. Dazu erfolgt ein Klick auf das kleine Bild des neuen Kanals mit der gedrückten Tastenkombination Ctrl + Alt + Shift. Die neue Auswahl wird erneut mit einem Klick auf das Maskensymbol gespeichert – den neuen Kanal nennen wir nun „Lichter 2“. Dieses Vorgehen kann beliebig oft wiederholt werden – ich persönlich arbeite gerne mit insgesamt 4 Masken für die Lichter. Mit derselben Vorgehensweise, lassen sich Luminanzmasken erstellen, die bloss die dunkeln Bildbereiche ansteuern. Dazu muss das ursprüngliche Bild mit Ctrl + I invertiert werden (d.h. es entsteht ein Negativ, welches ihr nach dem Erstellen der Masken wieder löschen könnt), worauf ihr den ganzen Prozess 1:1 wiederholt. Wenn ihr Masken erstellen wollt, die bloss die Mitteltöne ansteuern, aber die hellen und dunkeln Bereiche verschonen, könnt ihr mit Ctrl + A eine Auswahl des gesamten Bildes erstellen und darauf mit der Tastenkombination Ctrl + Alt + Klick auf die Kanäle für die Lichter und Schatten die zu schützenden Bereiche aus der Auswahl entfernen. Ich möchte hier nicht detaillierter auf die Vorgehensweise eingehen, da ich euch den Prozess mit dem Aktionspaket in Zukunft vollständig ersparen werden.

Wie arbeite ich mit Luminanzmasken?

Wenn ihr alle Masken erstellt habt, habt ihr gemäss meiner Vorgehensweise 4 Kanäle für die Lichter, 4 für die Schatten und 4 für die Mitteltöne. Ihr wollt nun einen bestimmten Bereich gezielt bearbeiten – zum Beispiel möchte ich den Baum vor dem Himmel aufhellen. Ich erstelle erstmal eine Einstellungsebene (z.B. eine Gradationskurve) mit einer schwarzen Maske. Nun betrachte ich die einzelnen Kanäle und suche mir einen aus, der den Baum besonders gut vom Himmel trennt. Nun lade ich die Auswahl mit der Tastenkombination Ctrl + Klick auf das kleine Bild des Kanals. Die gestrichelten Markierungen können nun etwas störend wirken – das liegt daran, das wir eine extrem detaillierte Auswahl erstellt haben. Um ungestört arbeiten zu können, lässt sich die Markierung mit Ctrl + H ausblenden (Achtung: Oft geht die Auswahl daraufhin vergessen, was in späteren Arbeitsschritten zu merkwürdigen Fehlern führt. Denkt daran, sie nachher wieder einzublenden oder mit Ctrl + D zu deaktivieren).

Nun wählt ihr einen Pinsel mit weicher Kante, weisser Farbe und einer niedrigen Deckkraft oder wahlweise einem niedrigen Fluss. Langsam malt ihr damit in der Maske der Einstellungsebene über die Bereiche, die eingeblendet werden sollen – in diesem Fall über den Baum. Sorgfallt ist dabei immer gut, ihr werdet dabei aber schnell feststellen, dass ihr nicht jedes Ästchen einzeln übermalen müsst, sondern grosszügig und schnell arbeiten könnt. Die Luminanzmaske erlaubt es euch, extrem effizient zu arbeiten und das erst noch präziser, als es ohne möglich wäre. Ihr könnt nun über die Gradationskurve zu jedem Zeitpunkt die Helligkeit des Baums steuern, ohne euch Gedanken um den Himmel machen zu müssen.

 

Luminanzmasken erstellen
Beispiel einer Luminanzmaske.

 

Quicktipp: Wenn ihr die gewünschte Auswahl geladen habt, könnt ihr mit einem Klick auf das Maskensymbol einen neuen, identischen Kanal erstellen. Diesen könnt ihr über Bild -> Korrekturen weiter bearbeiten und so weiter verfeinern. Auch mit dem Pinsel oder dem Abwedler/Nachbelichter Werkzeug könnt ihr eure Luminanzmaske ganz euren Bedürfnissen anpassen.

Kostenlose Aktionen zur Erstellung von Luminanzmasken

Damit ihr diesen Prozess nicht immer wiederholen müsst, stelle ich euch meine Aktionen zur Erstellung von Luminanzmasken kostenlos zur Verfügung. Enthalten ist eine Aktion zur Erstellung der Masken, eine Aktion zur Löschung der Masken und eine Aktion zur Aktualisierung der Masken. Ihr müsst im Hinterkopf behalten, dass sich die abgespeicherte Auswahl nicht verändert. Wenn sich also die Helligkeitswerte innerhalb des Bildes Verändern, bleiben die Masken unangetastet, bis ihr neue erstellt. Das ist mit den Aktionen mithilfe eines einzigen Klicks möglich. Gerne dürft ihr die Aktionen mit euren Freunden oder Fans auf Facebook teilen – verlinkt dazu einfach diesen Blogartikel. Wenn ihr euch dafür bedanken möchtet, abonniert meinen Blog, liked meine Seite auf Facebook und teilt den Beitrag! (Keine Voraussetzung!). Das Aktionspaket findet ihr unter dem folgenden Link:

Luminanzmasken Severin Pomsel

Wie ihr die Aktionen in Photoshop einfügt, könnt ihr hier nachlesen:

Photoshop: Aktionen installieren

Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in das Thema der Luminanzmasken geben. Sie bieten euch zahlreiche weitere Möglichkeiten – etwa das manuelle Überblenden mehrerer Belichtungen, was meiner Meinung nach den klassischen HDR Programmen wie Photomatix und co. vorzuziehen ist. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr. Macht’s gut!