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6 Tipps für einen effizienten Lightroom Workflow

6 Tipps für einen effizienten Lightroom Workflow

 
Nachdem es hier in den letzten Wochen aufgrund des grossen Arbeitsanfalls etwas ruhig zuging, gibt es heute endlich wieder ein paar Tipps für euch! Ich möchte mal einige Worte über meinen Workflow in Adobe Lightroom loswerden und werde demnächst auch einige Tipps zu einem effizienten Photoshop Workflow mit euch teilen. Lange Rede kurzer Sinn: Let’s go.

 

1. Die Miniaturansicht nutzen.

 

Die Bildauswahl findet bei vielen Usern in der Vollansicht statt. Das bietet den Vorteil, dass das jeweils ausgewählte Bild sofort gross ersichtlich ist und relativ schnell auf seine Schärfe hin beurteilt werden kann. Warum sage ich „relativ“? Lightroom ist leider nicht gerade die Performance Maschine aus dem Bilderbuch. In der Regel ist eine kurze Wartezeit notwendig, bis die Bildinformationen geladen und scharf dargestellt werden. Nun werden viele sagen: „Was soll’s? Sind ja bloss 2 oder 3 Sekunden.“
Wenn wir von einer Reportage ausgehen, sagen wir eine Hochzeit, dann haben wir schnell mal mehr als 1000 Bilder zu sortieren. Die 2 bis 3 Sekunden werden somit schnell zu einer guten Stunde, die wir uns auch sparen könnten. Wenn wir die Miniaturansicht nutzen, können wir die Thumbnails relativ gross Darstellen (unten rechts findet sich im Bibliotheksmodul ein Regler) und gleich 3 bis 4 Bilder pro Zeile bewerten. Ein Grossteil der Arbeit kann so erledigt werden, während die Schärfe erst in einem späteren Schritt beurteilt wird.

 

2. Ein sinnvolles Bewertungssystem schaffen.

 

Es ist meiner Meinung nach unglaublich hilfreich, ein sinnvolles und konsistentes Bewertungssystem zu schaffen. Dabei stehen in Lightroom Flaggen (angenommen / abgelehnt), Farben und Sterne zur Verfügung. Mein eigenes System soll hier bloss als eine von vielen Möglichkeiten gezeigt werden:
 

„abgelehnt“ (x) Das Bild ist auf den ersten Blick Ausschuss.
1 Stern (1) Das Bild ist in Ordnung und kann ggf. verwendet werden.
2 Sterne (2) Das Bild wird verwendet bzw. dem Kunden übergeben.
3 Sterne (3) Das Bild gehört zu den besten des Auftrags.
4 Sterne (4) Das Bild gehört ins Portfolio.

 
Die Farben verwende ich unterschiedlich. Mal nutze ich sie, um meine Bilder in Smart Sammlungen zu organisieren und mal bloss um sie im Nachhinein separat zu filtern – z.B. blau für die spätere Bearbeitung in Photoshop.

 

3. Presets nutzen.

 

Schafft euch eine Reihe eigener Presets oder ladet euch entsprechende aus dem Internet runter. Ich persönlich nutze relativ simple Vorgaben, die nicht massiv in’s Bild eingreifen. Das ist allerdings Geschmacksache. Grundsätzlich gilt für mich die Devise, dass Arbeitsschritte, die ich immer und immer wieder ausführe, automatisiert werden sollten. Wenn ihr zum Beispiel immer die chromatische Aberration entfernt (was ich euch raten würde), wieso solltet ihr immer und immer wieder dasselbe Kontrollfeld aktivieren, wenn ihr diesen Arbeitsschritt ebensogut in einem Preset speichern könnt? Ob ihr Import Presets erstellt oder eine Auswahl von Presets während der Bildbearbeitung nutzt ist euch überlassen. Weitere Punkte die sich unter Umständen automatisieren lassen sind die Schärfung, Rauschreduzierung, Objektivkorrekturen, Kontrast und Dynamik/Sättigung. Ich persönlich verzichte darauf mehrheitlich, da ich eigentlich immer unterschiedliche Werte verwende, oder die Regler teils gar nicht anfasse. Auch für den Export lassen sich Presets erstellen – etwa für Facebook, die eigene Homepage oder JPGs in der vollen Auflösung für den Druck.

 

4. Lightroom zur Massenbearbeitung verwenden

 

Bleiben wir beim Beispiel der Hochzeitsreportage. Teilt die Bilder in eurem Kopf (oder tatsächlich in Lightroom mithilfe von Farben, Sternen oder Stapeln) in einzelne Gruppen, die jeweils bestimmte Optimierungen nötig haben. Beispielsweise könnt ihr euch für jeden Raum in dem ihr fotografiert habt für einen konkreten Weissabgleich entscheiden. Habt ihr mit der Belichtungskorrektur gearbeitet und eine Reihe an Bildern unterbelichtet um die Highlights zu schützen? Korrigiert sie alle auf einmal! Verseht ihr eure Bilder mit Vignetten? Legt euch einen Radialfilter mit den ungefähren Einstellungen an und synchronisiert ihn mit allen Aufnahmen. Nun müsst ihr ihn jeweils nur noch positionieren und vielleicht mal eine kleine Anpassung vornehmen. Mit dem Befehl „Vorherige“ unten rechts könnt ihr übrigens sämtliche Einstellungen des zuletzt ausgewählten Bildes auf das aktuelle Bild anwenden.

 

5. Shortcuts nutzen

 

Das hättet ihr euch sicher auch selbst denken können, aber man kann es gar nicht oft genug sagen: Shortcuts machen euch das Leben leichter. Welche Zeitersparnis eine Sekunde pro Bild insgesamt einbringt, habe ich schon am Anfang erläutert und mit Shortcuts spart ihr im Idealfall noch viel mehr Zeit. Einige Beispiele: Mit der Taste „R“ könnt ihr euer Bild drehen und zuschneiden. Mit der Taste „G“ betrachtet ihr alle Bilder in der Miniaturansicht. Wählt zwei Bilder aus und drückt „C“ um sie nebeneinander zu vergleichen. Mit „L“ könnt ihr den Hintergrund und das Interface stufenweise abdunkeln um euch voll auf die Bilder konzentrieren zu können (sinnvoll bei der Bildauswahl zusammen mit dem Kunden). Mit „E“ öffnet ihr das Bild in der vollen Ansicht, mit „F“ kommt ihr den den Fullscreen und mit „Ctrl + E“ (bzw. „Cmnd + E“ bei Mac) öffnet ihr die ausgewählten Bilder direkt in Photoshop. Mit „D“ geht’s in’s Entwickeln Modul und mit „M“ bzw. „Shift + M“ legt ihr einen Verlaufs- bzw. einen Radialfilter an. Das sind bloss einige Beispiele, die ich häufig nutze. Online gibt es tolle Zusammenstellungen und Übersichten wichtiger Shortcuts: Nutzt sie!

 

6. Kenne die Grenzen von Lightroom

 

Lightroom ist eine tolle Software die zur Massenbearbeitung super geeignet ist. Manchmal kann es allerdings Sinn machen, zu Photoshop zu wechseln, denn wie bereits erwähnt ist Lightroom leider nicht die tolle Performance Maschine, die man sich manchmal wünschen würde. Gerade im Bereich der Retusche kann es je nach Anzahl der Bilder effizienter sein, Photoshop zu nutzen – insbesondere, wenn sich die einzelnen Korrekturen nicht ohne weiteres synchronisieren lassen (Kamera oder Motiv bewegt sich). Wenn eine Person etwa auf 20 Bildern einen Pullover voller Hundehaare trägt (gerade im Frühling und Herbst ist es besonders schlimm), so würde ich auf Lightroom verzichten: Das Retuschetool ist träge und oft unpräzise. Gerade mit der schnellen Arbeit mit dem Grafiktablett kann Lightroom zum kriechen gebracht werden. Nutzt dazu eher Photoshop und verwendet beispielsweise meinen Quicktipp zum Thema „Härchen retuschieren“ wenn’s schnell gehen muss!

 

Habt ihr weitere Tipps für einen effizienten Workflow, die ihr gerne teilen würdet? Postet sie in die Kommentare! Wenn euch der Beitrag gefallen hat, lasst es mich wissen und bleibt gespannt: Wo der herkommt, gibt’s noch mehr… 😉