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Schlagwort: Fotografieren

Aus eigenen und fremden Fehlern lernen

Aus eigenen und fremden Fehlern lernen

„Kritisiert meine Bilder, denn nur so kann ich mich verbessern!“: Diesen Satz lese ich immer wieder in Gruppen und oft auch auf der Facebookseite verschiedener Fotografen. Wer sich ausschliesslich als Hobbyfotograf vermarktet, und seine Seite vielleicht gar mit „XY Hobbyfotografie“ bezeichnet, der kann sowas natürlich machen. Wer sich jedoch als Experte präsentieren möchte und auch Kunden mit seiner Seite ansprechen möchte, tut gut daran, das zu unterlassen. Soviel bloss am Rande – worauf ich aber hinauswill: Wieso soll man denn nur aus der Kritik an den eigenen Bildern lernen können? Das wichtigste ist meines Erachtens nicht fremde Kritik, sondern Selbstkritik. Schaut euch eure Bilder genau an – gerade eine sorgfältige Nachbearbeitung eignet sich dazu super. Eine andere Möglichkeit, weiterzukommen, ist es, aus fremden Fehlern zu lernen. Wenn ich hundertmal mitkriege, wie ein Bild zerfetzt wird, weil es unscharf, überladen und schief ist, brauche ich diesen Fehler nicht selbst zu wiederholen – lasst ruhig mal die andern auf die Schnauze fallen, wenn ihr wisst, was ich meine.

Facebook Gruppen

Gerade in Facebook Gruppen wird mit Kritik nur so um sich geworfen. Selbst frage ich nur schon deswegen nie nach Kritik in solchen, weil diese in neunzig Prozent der Fälle unter der Gürtellinie liegt. Zwar seid ihr in geschlossenen Gruppen vor euren Kunden unsichtbar, weshalb so manche Diskussionen möglich sind, welche nicht unbedingt öffentlich geführt werden müssen. Andererseits wimmelt es in den besagten Gruppen von Leuten, die sich daran aufgeilen, Anfänger runter zu machen und ihnen gleich anraten, die Kamera wieder zu verkaufen, wenn mal was schief gegangen ist. Wenn ihr genügend Geduld habt und solche Leute ignorieren (oder von Fall zu Fall besser gleich blocken) könnt, dann ist es dennoch eine Möglichkeit an Kritik zu kommen.

Andererseits könnt ihr ja auch selbst mal die Augen offen halten: Was kommt gut an und was wird in der Luft zerrissen. Auch wenn sich manche Leute asozial verhalten, sind es selten die Topshots, die zerrissen werden. Versucht kritisierte Bilder selbst zu analysieren und zu erkennen, was schief gelaufen ist. Wenn der Fotograf selbst nach Kritik fragt, freut er sich unter Umständen gar über eure konstruktive Einschätzung! Sollte nicht explizit nach Kritik gefragt sein, unterlasse ich diese in aller Regel auch – bloss selten gebe ich einen gut gemeinten Rat und auch nur dann, wenn ich überzeugt bin, dass der Betroffene diesen positiv aufnimmt.

Portfolio Reviews

Was mich persönlich als Fotograf sehr viel weiter gebracht hat, waren sogenannte Portfolio Reviews. Auf Youtube haben schon manche Fotografen dazu aufgerufen, ihnen Bilder zur öffentlichen Kritik in ihren Videos zu schicken. Dabei könnt ihr einerseits viel über gute und schlechte Bilder aus der Sicht von Topfotografen lernen und andererseits auch darüber, wie man Kritik richtig übt (bestimmt liest auch der eine oder andere mit, der das besonders nötig hat.).

Empfehlen kann ich euch insbesondere die Reviews von Calvin Hollywood und Stephan Wiesner. Beide legen Wert darauf, ehrlich und hart zu kritisieren und nicht bloss Lob für die Einsendungen übrig zu haben, wie einige andere Fotografen. Achtet euch darauf, welche Fehler immer wieder auftauchen und welche Verbesserungsvorschläge genannt werden – ich persönlich habe dadurch riesige Fortschritte gemacht – selbst in der Portraitfotografie, mit der ich damals noch gar nichts zu tun hatte.

Kennt ihr weitere gute Portfolio Reviews? Wie verbessert ihr euch? Schreibt es in die Kommentare! Ein schönes Wochenende euch allen! 🙂