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Schlagwort: Bildbearbeitung

Lensflares einfach entfernen

Lensflares einfach entfernen

Die Sache mit den Lensflares… Eine Hassliebe könnte man sagen: Manchmal unterstützen sie die Bildwirkung ungemein, in anderen Fällen wiederum sind sie einfach nur lästig. In der Regel sind sie schwer zu kontrollieren und oft ein notwendiges Übel. Früher oder später stellt sich für die meisten die Frage: Wie werde ich die Dinger eigentlich wieder los? Der Kopierstempel hilft da auch nur bedingt und bloss in sehr einfachen Fällen. Meistens wirft man früher oder später das Handtuch. Es gibt allerdings eine relativ simple Methode um mit störenden Lensflares fertig zu werden, was allerdings nicht alleine in der Retusche möglich ist, sondern etwas Vorarbeit beim Fotografieren benötigt.

Lensflares entfernen

Wann kommt es zu Lensflares?

Grundsätzlich können Lensflares immer dann auftreten, wenn Licht relativ frontal ins Objektiv fällt. Wer etwa direkt in die Sonne fotografiert, wird sie früher oder später bemerken, aber auch wenn die Sonne nicht mehr direkt im Bild ist, können sie auftreten. Die einfachste Methode dem entgegenzuwirken ist eine Gegenlichtblende (das Ding, dass mit dem Objektiv mitgeliefert wird und von Anfängern gerne verkehrt herum ans Objektiv geschraubt wird um Platz zu sparen. Lasst das und montiert sie richtig – das sieht nicht nur besser aus, sondern führt idealerweise auch zu kontrastreicheren Bildern und zu weniger Lensflares). Aktuelle, hochwertige Objektive sind zudem relativ resistent gegen Lensflares, aber auch mit einem aktuellen Top Objektiv mit montierter Gegenlichtblende ist das Thema nicht zwangsläufig vom Tisch. Was kann man also tun, wenn der Effekt ungewollt dennoch auftritt?

Trick 17: Hand vor das Objektiv!

Ihr werdet definitiv ein Stativ benötigen, um den Bildausschnitt konsistent zu halten. Der Trick ist aus diesem Grund insbesondere für Landschaftsfotografen interessant und um ehrlich zu sein auch nicht meine persönliche Erfindung. Dennoch möchte ich ihn mit euch teilen:
Nehmt eure Aufnahme wie gewohnt auf; wählt den Bildschnitt wie es euch beliebt und denkt dabei erstmal nicht an lästige Lensflares. Wenn sie dennoch auftauchen, wiederholt ihr die Aufnahme. Nun haltet ihr aber eure Hand oder den Objektivdeckel vor die Sonne. Dadurch blockt ihr das extreme Gegenlicht ab und die Lensflares verschwinden.

Ohne Lensflares fotografieren

Das ganze lässt sich, wie hier, auch ohne weiteres bei einer Belichtungsreihe umsetzen – unter Umständen braucht ihr die, wenn ihr in einem solchen extremen Winkel gegen die Sonne fotografiert.

Die Lensflares einfach entfernen

In der Nachbearbeitung führt ihr nun die absolut identischen Korrekturen an den jeweiligen RAW Daten durch – RAW Converter wie Lightroom bieten dazu ja ganz einfache Mittel und Wege, mit denen ihr die Einstellungen, die ihr an einem Bild vorgenommen habt ohne weiteres auf das nächste übertragen könnt. Nun öffnet ihr die beiden Bilder in Photoshop und legt das Bild mit der Hand auf einer eigenen Ebene direkt über das andere. Mit gedrückter Alt-Taste klickt ihr nun auf das Maskensymbol und fangt an, die Bereiche die von Lensflares betroffen sind, gezielt mit einem weissen Pinsel zu überblenden. Nutzt dazu ruhig eine niedrige Deckkraft und geht mehrmals über betroffenen Bereiche: Das Bild wird nicht bloss Lensflares enthalten, sondern wird gerade bei günstigeren Objektiven deutlich flauer sein, als die abgeschirmte Version. Mit einem geringen Fluss / einer geringen Deckkraft könnt ihr für weiche, unauffällige Übergänge sorgen. Oft werden in unmittelbarer Näher der Sonne weiterhin Lensflares auftauchen, die ihr mit dieser Methode nicht so leicht erwischt. Ihr könnt sie gezielt in Szene setzen oder dennoch das Reparaturwerkzeug darum bemühen: Gerade im Himmel lässt sich damit auf jeden Fall auch arbeiten.

Lensflares retuschieren

Ich hoffe, das kleine Tutorial war für den einen oder anderen Einsteiger interessant. Bevor ihr also das nächste Mal verzweifelt versucht, die Lensflares wegzustempeln: Denkt an den Trick mit der Hand! 😉

6 Tipps für einen effizienten Lightroom Workflow

6 Tipps für einen effizienten Lightroom Workflow

 
Nachdem es hier in den letzten Wochen aufgrund des grossen Arbeitsanfalls etwas ruhig zuging, gibt es heute endlich wieder ein paar Tipps für euch! Ich möchte mal einige Worte über meinen Workflow in Adobe Lightroom loswerden und werde demnächst auch einige Tipps zu einem effizienten Photoshop Workflow mit euch teilen. Lange Rede kurzer Sinn: Let’s go.

 

1. Die Miniaturansicht nutzen.

 

Die Bildauswahl findet bei vielen Usern in der Vollansicht statt. Das bietet den Vorteil, dass das jeweils ausgewählte Bild sofort gross ersichtlich ist und relativ schnell auf seine Schärfe hin beurteilt werden kann. Warum sage ich „relativ“? Lightroom ist leider nicht gerade die Performance Maschine aus dem Bilderbuch. In der Regel ist eine kurze Wartezeit notwendig, bis die Bildinformationen geladen und scharf dargestellt werden. Nun werden viele sagen: „Was soll’s? Sind ja bloss 2 oder 3 Sekunden.“
Wenn wir von einer Reportage ausgehen, sagen wir eine Hochzeit, dann haben wir schnell mal mehr als 1000 Bilder zu sortieren. Die 2 bis 3 Sekunden werden somit schnell zu einer guten Stunde, die wir uns auch sparen könnten. Wenn wir die Miniaturansicht nutzen, können wir die Thumbnails relativ gross Darstellen (unten rechts findet sich im Bibliotheksmodul ein Regler) und gleich 3 bis 4 Bilder pro Zeile bewerten. Ein Grossteil der Arbeit kann so erledigt werden, während die Schärfe erst in einem späteren Schritt beurteilt wird.

 

2. Ein sinnvolles Bewertungssystem schaffen.

 

Es ist meiner Meinung nach unglaublich hilfreich, ein sinnvolles und konsistentes Bewertungssystem zu schaffen. Dabei stehen in Lightroom Flaggen (angenommen / abgelehnt), Farben und Sterne zur Verfügung. Mein eigenes System soll hier bloss als eine von vielen Möglichkeiten gezeigt werden:
 

„abgelehnt“ (x) Das Bild ist auf den ersten Blick Ausschuss.
1 Stern (1) Das Bild ist in Ordnung und kann ggf. verwendet werden.
2 Sterne (2) Das Bild wird verwendet bzw. dem Kunden übergeben.
3 Sterne (3) Das Bild gehört zu den besten des Auftrags.
4 Sterne (4) Das Bild gehört ins Portfolio.

 
Die Farben verwende ich unterschiedlich. Mal nutze ich sie, um meine Bilder in Smart Sammlungen zu organisieren und mal bloss um sie im Nachhinein separat zu filtern – z.B. blau für die spätere Bearbeitung in Photoshop.

 

3. Presets nutzen.

 

Schafft euch eine Reihe eigener Presets oder ladet euch entsprechende aus dem Internet runter. Ich persönlich nutze relativ simple Vorgaben, die nicht massiv in’s Bild eingreifen. Das ist allerdings Geschmacksache. Grundsätzlich gilt für mich die Devise, dass Arbeitsschritte, die ich immer und immer wieder ausführe, automatisiert werden sollten. Wenn ihr zum Beispiel immer die chromatische Aberration entfernt (was ich euch raten würde), wieso solltet ihr immer und immer wieder dasselbe Kontrollfeld aktivieren, wenn ihr diesen Arbeitsschritt ebensogut in einem Preset speichern könnt? Ob ihr Import Presets erstellt oder eine Auswahl von Presets während der Bildbearbeitung nutzt ist euch überlassen. Weitere Punkte die sich unter Umständen automatisieren lassen sind die Schärfung, Rauschreduzierung, Objektivkorrekturen, Kontrast und Dynamik/Sättigung. Ich persönlich verzichte darauf mehrheitlich, da ich eigentlich immer unterschiedliche Werte verwende, oder die Regler teils gar nicht anfasse. Auch für den Export lassen sich Presets erstellen – etwa für Facebook, die eigene Homepage oder JPGs in der vollen Auflösung für den Druck.

 

4. Lightroom zur Massenbearbeitung verwenden

 

Bleiben wir beim Beispiel der Hochzeitsreportage. Teilt die Bilder in eurem Kopf (oder tatsächlich in Lightroom mithilfe von Farben, Sternen oder Stapeln) in einzelne Gruppen, die jeweils bestimmte Optimierungen nötig haben. Beispielsweise könnt ihr euch für jeden Raum in dem ihr fotografiert habt für einen konkreten Weissabgleich entscheiden. Habt ihr mit der Belichtungskorrektur gearbeitet und eine Reihe an Bildern unterbelichtet um die Highlights zu schützen? Korrigiert sie alle auf einmal! Verseht ihr eure Bilder mit Vignetten? Legt euch einen Radialfilter mit den ungefähren Einstellungen an und synchronisiert ihn mit allen Aufnahmen. Nun müsst ihr ihn jeweils nur noch positionieren und vielleicht mal eine kleine Anpassung vornehmen. Mit dem Befehl „Vorherige“ unten rechts könnt ihr übrigens sämtliche Einstellungen des zuletzt ausgewählten Bildes auf das aktuelle Bild anwenden.

 

5. Shortcuts nutzen

 

Das hättet ihr euch sicher auch selbst denken können, aber man kann es gar nicht oft genug sagen: Shortcuts machen euch das Leben leichter. Welche Zeitersparnis eine Sekunde pro Bild insgesamt einbringt, habe ich schon am Anfang erläutert und mit Shortcuts spart ihr im Idealfall noch viel mehr Zeit. Einige Beispiele: Mit der Taste „R“ könnt ihr euer Bild drehen und zuschneiden. Mit der Taste „G“ betrachtet ihr alle Bilder in der Miniaturansicht. Wählt zwei Bilder aus und drückt „C“ um sie nebeneinander zu vergleichen. Mit „L“ könnt ihr den Hintergrund und das Interface stufenweise abdunkeln um euch voll auf die Bilder konzentrieren zu können (sinnvoll bei der Bildauswahl zusammen mit dem Kunden). Mit „E“ öffnet ihr das Bild in der vollen Ansicht, mit „F“ kommt ihr den den Fullscreen und mit „Ctrl + E“ (bzw. „Cmnd + E“ bei Mac) öffnet ihr die ausgewählten Bilder direkt in Photoshop. Mit „D“ geht’s in’s Entwickeln Modul und mit „M“ bzw. „Shift + M“ legt ihr einen Verlaufs- bzw. einen Radialfilter an. Das sind bloss einige Beispiele, die ich häufig nutze. Online gibt es tolle Zusammenstellungen und Übersichten wichtiger Shortcuts: Nutzt sie!

 

6. Kenne die Grenzen von Lightroom

 

Lightroom ist eine tolle Software die zur Massenbearbeitung super geeignet ist. Manchmal kann es allerdings Sinn machen, zu Photoshop zu wechseln, denn wie bereits erwähnt ist Lightroom leider nicht die tolle Performance Maschine, die man sich manchmal wünschen würde. Gerade im Bereich der Retusche kann es je nach Anzahl der Bilder effizienter sein, Photoshop zu nutzen – insbesondere, wenn sich die einzelnen Korrekturen nicht ohne weiteres synchronisieren lassen (Kamera oder Motiv bewegt sich). Wenn eine Person etwa auf 20 Bildern einen Pullover voller Hundehaare trägt (gerade im Frühling und Herbst ist es besonders schlimm), so würde ich auf Lightroom verzichten: Das Retuschetool ist träge und oft unpräzise. Gerade mit der schnellen Arbeit mit dem Grafiktablett kann Lightroom zum kriechen gebracht werden. Nutzt dazu eher Photoshop und verwendet beispielsweise meinen Quicktipp zum Thema „Härchen retuschieren“ wenn’s schnell gehen muss!

 

Habt ihr weitere Tipps für einen effizienten Workflow, die ihr gerne teilen würdet? Postet sie in die Kommentare! Wenn euch der Beitrag gefallen hat, lasst es mich wissen und bleibt gespannt: Wo der herkommt, gibt’s noch mehr… 😉

 

Härchen einfach entfernen

Härchen einfach entfernen

Heute habe ich kein umfangreiches Tutorial für euch, aber einen Photoshop Quicktipp, der euren Workflow massiv beschleunigen könnte. Und zwar geht es um kleine Härchen. Das können Stoppeln sein, wenn die letzte Rasur etwas lange zurückliegt oder auch Haare und Fussel auf Kleidung. Das ist natürlich nicht besonders schön, weshalb wir diese gerne entfernen möchten. Intuitiv greift man nun wohl als erstes zum Kopierstempel oder zum Reparaturwerkzeug und fängt an, die Härchen einzeln herauszuretuschieren. Damit kommt man sicherlich zum Ziel, doch gerade bei Kleidern ist diese Technik mit sehr viel Arbeit verbunden – nicht zuletzt, weil oftmals sehr sorgfältig gearbeitet werden muss, um die Struktur der Textilien nicht zu zerstören. Was könnte man also tun, um diesen Prozess deutlich zu beschleunigen? Ganz einfach: Wir verwenden einen Filter – „Staub und Kratzer“ um genau zu sein.

 

Vorgehensweise in Adobe Photoshop

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Die Härchen auf der Wange sollen entfernt werden.

 

Wir markieren also erstmals die Problemzone mit dem Lassowerkzeug. Meist empfiehlt sich eine weiche Kante von etwa 10px, wobei ich in diesem Falle gänzlich darauf verzichtet habe (was zeigt, wie sauber mit dieser Technik gearbeitet werden kann!). Das Bild stammt aus dem Beauty Shooting mit Linda – mit dabei war auch Roberto, ein Friseur. Nun waren wir in unserer Routine etwas zu unsorgfältig: Nachdem die Frisur etwas nachgeschnitten wurde, blieben einige abgeschnittene Härchen auf der Haut zurück. Kein Grund zur Sorge: Wir markieren die Haut wie gesagt relativ grosszügig um alle Problemstellen.

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Filter -> Rauschfilter -> Staub und Kratzer…

 

Nun nutzen wir die Funktion Filter –> Rauschfilter –> Staub und Kratzer… Solltet ihr den Filter zum ersten Mal verwenden, dürfte die Vorschau noch nicht besonders vielversprechend aussehen. Es gilt nun, mit den Werten zu experimentieren. Zentral ist dabei der sogenannte Schwellenwert. Der Filter erkennt, wie der Name schon sagt, Staub und Kratzer im Bild. Der Algorithmus greift auch bei Haaren – den wie ein Kratzer stellen diese einen kontrastreichen, strichförmigen Helligkeitsunterschied dar. Der Schwellenwert bestimmt, wie ausgeprägt dieser Unterschied sein muss, um vom Filter erfasst zu werden. Wählen wir einen sehr tiefen Wert, so stellen wir fest, dass die Haut weichgezeichnet wird: Selbst die Poren werden von Photoshop als Staub oder Kratzer interpretiert und entfernt. Das wollen wir allerdings nicht bzw. wenn, dann wollen wir eine Weichzeichnung der Haut mit anderen Mitteln erzielen. Entsprechend wählen wir einen Wert zwischen 10 und 20 Stufen – die untenstehenden Werte sind eine gute Ausgangslage.

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Radius 11 und Schwellenwert 16 sind eine gute Ausgangslage

 

Wir sehen bereits in der Vorschau: Unsere Vorgehensweise war ein voller Erfolg! Die Härchen sind mit wenigen Klicks spurlos verschwunden. In extremen Fällen können kleine Ungleichheiten bestehen bleiben, was sich jedoch sehr schnell mit den klassischen Retuschewerkzeugen korrigieren lässt – Photoshop sei Dank! Hier seht ihr das Ergebnis nach Anwendung des Filters:

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Die Härchen sind verschwunden!

 

Wie bereits erwähnt funktioniert diese Technik oftmals wunderbar bei der Bereinigung von Kleidern. Auch Hautschuppen an etwas trockenen Stellen können gleich mitmarkiert werden: Auch hier leistet der Filter oft gute Arbeit. In diesem Sinne hoffe ich, dass ich euch weiterhelfen konnte. In meinem Workflow kommt diese Vorgehensweise immer häufiger zur Anwendung, denn sie bringt eine enorme Zeitersparnis mit sich!

Viel Spass beim ausprobieren! Wenn ihr diese Technik noch nicht kanntet und etwas dazugelernt habt, lasst es mich wissen – ich freue mich über euer Feedback!