Jean Jansen: Lehmserie (Gastbeitrag)

Jean Jansen: Lehmserie (Gastbeitrag)

Angefangen habe ich mit meiner Lehmserie Anfang 2015, nachdem ich durch ein Video eines anderen Fotografen inspiriert wurde. Nach anfänglichen Problemen mit der Konsistenz  der Masse und den verschiedenen Wegen, diese dann auch zu trocknen, glaube ich mittlerweile, dass ich einen Weg  gefunden habe, um einen Menschen in Lehm zu hüllen, ohne ihn zu sehr zu strapazieren und dennoch ein super Ergebnis hinzubekommen.

 

Lehm
 

Hintergrund und Ziel

 

Ich habe mir das Ziel gesetzt, 50 verschiedene Personen zu portraitieren, um euch so zu zeigen, wie ausdrucksstarke Portraits mit minimalistischer Mimik zu vereinbaren sind.

Die Kernaussage hinter meinem Projekt lautet: Wir sind alle gleich und wir sehen uns mit dieser Schicht aus Lehm ganz anders, da sich unser Fokus durch die Akzentuierung der Strukturen im Gesicht komplett verschiebt.

 

Foto2.2
 

Wir sind alle gleich: Das bedeutet für mich, dass egal welcher Herkunft, Religion oder Sexualität jemand angehört, kein Mensch als besser oder schlechter ansehen werden kann als ein anderer.

Ich wünschte, wir wären frei von Stigmatisierung und Hemmschwellen, wenn es um den Kontakt zu anderen geht und wir aufgeschlossen durch die Welt gehen.

 

Umsetzung

 

Ich bekomme viel positives Feedback für meine Arbeiten und werde oft gefragt, wie der Aufbau der Location umgesetzt werden kann und wie man das Einmatschen der Personen am besten angeht. Das ist eigentlich ganz einfach und ich möchte euch einmal den Ablauf schildern. Ihr braucht dazu folgende Mittel:

  • Lehmpulver
  • Malerfolie 20m²
  • Ein Lackpinsel
  • Ein feinerer Pinsel
  • Ein Dauerlicht mit Schirm oder Softbox

Ich würde euch empfehlen, die Malerfolie komplett auszubreiten und dann auch die Lichtquelle auf ihr zu positionieren. Setzt nun euer Model in die Mitte auf einen kleinen Stuhl und fangt mit den Schultern an. Lasst das Gesicht erst einmal aus, denn der Lehm fühlt sich echt merkwürdig an und die Person soll sich erst einmal die Trocknung gewöhnen. Nachdem jetzt Schultern und Haare bearbeitet sind, könnt ihr mit dem Gesicht anfangen und danach mit der Trocknung. Ihr werdet schnell hören, dass die Mimik sehr stark eingegrenzt wird und dass es sich eventuell unangenehm anfühlt.  Je nach Dicke der Schicht, kann die Trocknung zwischen 20-30 Minuten dauern, wenn man nicht mit einem Fön arbeitet. Falls ihr das macht, achtet bitte darauf, dass ihr nicht zu nah ans Gesicht kommt, da es dem Model schnell zu heiß werden kann, was auch der Laune schadet. Stellt euch das Model nach der Trocknung mal in die Mitte und wandert mit der Lichtquelle um sie herum. Ihr werdet sehen, dass durch die verschiedenen Positionen, ganz unterschiedliche Looks entstehen. Nun geht’s an die Fotografie. Ich wünsche euch viel Spaß!

Das Lehmpulver habe ich übrigens bei Amazon im 5 Kg Sack bestellen können – diese Menge reicht für sehr viele Shootings vollkommen aus.

 

Über mich

 

Ich heiße Jean Jansen und komme aus der Nähe von Aachen. Angefangen mit der Fotografie habe ich 2011.

Bilder sind mir wichtig. So wichtig, dass ich fast sagen würde, dass ich eher auf andere Sachen verzichten könnte als auf Bilder. Egal, ob ich sie gemacht habe oder ein anderer Fotograf Bilder von mir gemacht hat. Bilder sind Zeitzeugen, die uns später hoffentlich helfen, uns an Ereignisse zu erinnern oder uns davor bewahren Fehltritte zu wiederholen.

 

Foto1
 

Ich wünsche mir, dass ich mit 70 meinen Enkelkindern Bilder zeigen kann und diese dann mit Staunen fragen, ob ich das bin. Bilder halten meine Entwicklung fest. Vor und hinter der Kamera. Danke dir Severin, dass  ich mich auf deinem Blog verewigen konnte.

 

http://jeanjansen.wix.com/jnsn

https://www.facebook.com/jnsnfoto/

https://www.instagram.com/monsieur_jansen/

 

 

 

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