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Kategorie: Business

6 Erkenntnisse in 6 Monaten Werbefotografie

6 Erkenntnisse in 6 Monaten Werbefotografie

Es ist soweit – mein letzter Arbeitstag ist zu ende. Sechs Monate lang habe ich ein Praktikum in der Werbefotografie absolviert. Es gab Höhen und Tiefen, manches war anders, als erwartet. Gerne
möchte ich meine wichtigsten Erkenntnisse, Erfahrungen und Erinnerungen mit euch teilen.

1. Ich habe einen umfangreichen Einblick in den Bereich der Werbefotografie erhalten. Wir haben für unterschiedlichste Kunden, teils hochkarätige Firmen, teils Kleinunternehmen gearbeitet. In jedem Fall ist es hilfreich, einen guten Draht zum Kunden zu haben – auch auf persönlicher Ebene. Per Du ist es einfacher zu arbeiten, als per Sie.

2. „Der Preis ergibt sich nicht aus dem Wert, sondern aus dem kommunizierten Wert“ – was ich einerseits schon dank Calvin’s Podcast und andererseits dank meinem BWL Studium wusste, bestätigte sich auch in der Praxis. Es nützt nichts, perfekt mit dem Licht umzugehen oder um vier Uhr auf den Sonnenaufgang zu warten, wenn man es nicht schafft, dem Kunden den Mehrwert zu kommunizieren, den man ihm mit seinen Bildern liefert.

3. Es ist wichtig, in jeder Situation einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich habe mit unterschiedlichstem Equipment gearbeitet und immer kann es passieren, dass etwas schiefgeht – in den meisten Fällen die Blitzauslöser. Wenn man nun dasteht und fünf Leute (Kunden) warten, sollte man nicht die Nerven verlieren.

4. Bilde dich ständig weiter – auch in der Werbefotografie: So habe ich das schon immer gehandhabt und werde es jetzt erst recht so handhaben. Die Herausforderungen ändern sich ständig und „learning on the job“ ist definitiv keine Option wenn es um Auftragsarbeiten geht, denn dann sollte die Qualität stimmen.

5. Denke immer auch aus Kundenperspektive. Es geht nicht um dich und deinen maximalen Profit, sondern darum, dem Kunden Mehrwert zu liefern: Der Kundennutzen ist die erste Priorität. Aus diesem Grund verzichte ich etwa auf komplexe Gebühren für Nutzungsrechte und lege den Preis so fest, dass sowohl ich als auch der Kunde gut kalkulieren kann. Der Kunde soll mit den Bildern arbeiten und sie nutzen dürfen, ohne sich Gedanken um dutzende Einschränkungen machen zu müssen.

6. Arbeite effizient! Es ist zentral, sich einen effektiven und konsistenten Workflow anzueignen. Angefangen bei den Vorbereitungen über die Fotografie und insbesondere in der Nachbearbeitung: Alles sind Prozesse, die optimiert werden können. Wir sprechen hier nicht von ein paar Minuten sondern je nach Auftrag von Stunden, die eingespart werden können.

5 Fotografen, denen ihr unbedingt folgen solltet

5 Fotografen, denen ihr unbedingt folgen solltet

Wer mich schon länger kennt, weiss, dass ich mir die Fotografie mehrheitlich autodidaktisch angeeignet habe. Doch was heisst das konkret? Habe ich alles ausprobiert und mir dieses Wissen aus dem nichts erarbeitet? Natürlich nicht! Ich habe unzählige Stunden investiert um alle möglichen Tutorials, Blogbeiträge, Youtube Videos, etc. zu konsumieren und habe dieses theoretische Wissen dann in der Praxis eingesetzt, bis es geklappt hat. Ich möchte euch im Folgenden eine Auswahl von Fotografen präsentieren, die mich auf diesem Weg massiv vorwärts gebracht haben und deren Material ich auch heute noch dann und wann konsumiere.

1. Benjamin Jaworskyj

„Benjamin Jaworskyj – der Jamie Oliver der Fotografie“: Irgendwo habe ich diese Bezeichnung mal aufgeschnappt und ja, das hat was. Ben’s Videos waren für mich die erste Anlaufstelle auf dem Weg zum Fotografen – er vermittelt die Basics der Fotografie von A bis Z auf eine unglaublich lockere Art und Weise. Dadurch ist neben dem Lerneffekt auch Unterhaltung garantiert. Ben schafft es, die anfangs so komplex scheinenden Sachverhalte so einfach auf den Punkt zu bringen, dass ich glaube, selbst ein Affe könnte mit seinen Videos fotografieren lernen, wenn er denn der deutschen Sprache mächtig wäre… 😉

2. Calvin Hollywood

Calvin Hollywood gehört sicherlich ebenfalls zu den bekanntesten Fotografen im deutschsprachigen Raum – jedenfalls was die sozialen Medien angeht. Ich empfehle seine Videos jedem, der sich intensiv mit Photoshop auseinandersetzen möchte. Viele Techniken, insbesondere was die Beauty Retusche angeht, habe ich mir dank seinen Videos angeeignet. Heute verfolge ich seine Videos und insbesondere auch seinen Podcast – innerhalb der letzten zwei Jahre hat er sich vom Photoshop Trainer verstärkt in die Business Richtung entwickelt und liefert auch in dem Bereich unglaublich wertvolle Informationen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

3. Michael Woloszynowicz

Während Calvin Hollywood tolle Arbeit leistet, was das Vermitteln der Beauty Retusche angeht, ist Michael Woloszynowicz (aka vibrantshot photography) für all diejenigen zu empfehlen, bei denen es noch weiter ins Detail gehen soll. Er zeichnet sich durch eine sehr sorgfältige Arbeitsweise aus und vermittelt im Bereich Retusche auch viel Wissen für Fortgeschrittene – von Farbangleichungen bis zur Frequenztrennung. Wer kein Problem mit der englischen Sprache hat, sollte sich seine Videos und Tutorials unbedingt mal anschauen. Auch wer sich für die Lightroom Alternative Capture One interessiert, sollte sich diesen Namen merken.

4. Serge Ramelli

Serge Ramelli ist ein französischer Fotograf, der seine Videos und Tutorials allerdings ebenfalls auf Englisch produziert. Gerade für Landschaftsfotografen dürften seine Videos interessant sein. Er arbeitet hauptsächlich mit Lightroom und ist in der Lage alleine mit dem RAW Converter unglaublich tolle Resultate zu erzielen. Natürlich ist sein Stil Geschmacksache – seine Bilder haben einen extrem gesättigten, plastischen HDR Look. Oftmals halte ich mir selbst den Kopf, wenn er in Lightroom an den Reglern dreht und ich mir denke „Die Hälfte hätte es auch getan!“. Nichts desto trotz konnte ich von ihm extrem viel über Lightroom lernen – genug um ein Bild aufwändig bearbeiten zu können, ohne auch nur daran zu denken, Photoshop zu öffnen (was ich natürlich trotzdem tue).

5. Elia Locardi

Elia Locardi verfolge ich bei weitem nicht so aktiv, wie die vorhin genannten Fotografen. Sein Lehrvideo „Photographing the World“ möchte ich trotzdem jedem angehenden Landschaftsfotografen ans Herz legen. In mehreren Lektionen führt er den Zuschauer an die schönsten Plätze Islands und Neuseelands und vermittelt nahezu alles, was man über die Landschaftsfotografie wissen muss – von der Komposition bis hin zur Bearbeitung mit Lightroom, Photoshop, Color Efex Pro und Capture One.
 
Welche Fotografen habe ich vergessen? Wer gehört unbedingt auf diese Liste? Postet eure Vorschläge in die Kommentare – hier oder auf Facebook! Ein schönes Wochenende euch allen! 🙂

Eigene Homepage als Fotograf

Eigene Homepage als Fotograf

Wer diese Woche meinen Blog besucht hat, wird bemerkt haben, dass ich ihn mit einem neuen Design bestückt habe. Neben dieser Homepage betreibe ich zwei weitere Webseiten, die sich jedoch um meine fotografischen Dienstleistungen drehen. Ich wollte das neue Design zum Anlass nehmen, euch ein paar Punkte auf dem Weg zur eigenen Webseite mit zu geben. Vorweg: Ich bin kein Webdesigner und meine Kenntnisse tendieren gegen null. Ich bin definitiv nicht in der Lage, eine Webseite selbständig zu gestalten, geschweige denn zu programmieren. Dennoch glaube ich, meine Seiten können sich sehen lassen – auch ohne einen Webdesigner mit mehreren tausend Franken zu bezahlen. Ich möchte euch gerne aus der Sicht eines Laien vermitteln, wie ihr ebenfalls als Laie zu einem vergleichbaren Ergebnis kommen könnt. Natürlich ist da auch viel Halbwissen dabei und ich möchte auf keinen Fall eine Garantie geben, was diese Infos angeht. Das soll übrigens keine Schritt für Schritt Anleitung sein: Zu allen Punkten, die ich anspreche, gibt es kostenlose Informationen und Tutorials im Internet. Vielmehr möchte ich euch motivieren, dieses Projekt endlich anzugehen und euch zeigen, dass ihr die Sache im Zweifelsfall auch einfach selbst in die Hand nehmen könnt, wenn euch das Geld für einen Webdesigner fehlt.

Die eigene Webseite: Eure Visitenkarte im Netz

Homepage für Fotografen
Eure Webseite ist eure Visitenkarte im Internet. Im Gegensatz zu Facebook, Twitter, Instagram usw. bestimmt ihr selbst, was zu sehen ist. Ihr definiert, wie gross eure Bilder sein dürfen und in welcher Qualität und Grösse ihr sie zur Verfügung stellt. Ihr bestimmt selbst, was in Ordnung ist und was nicht auf eure Homepage passt. Hier habt ihr die Möglichkeit, euch als Fotograf frei zu präsentieren. Dennoch wollt ihr natürlich als professioneller Fotograf auch professionell wirken. Wenn ihr plant, Aufträge über eure Homepage zu generieren, solltet ihr für den einen oder anderen Punkt ein paar Scheine investieren (es ist günstig, versprochen!).

Ich empfehle euch auf jeden Fall einen professionellen, kostenpflichtigen Webhoster. Es gibt zwar kostenlose Hoster – diese sind allerdings gähnend langsam und ballern eure Homepage mit Werbung zu. Mal ehrlich: Wer will seinen Kunden lange Ladezeiten und nervtötende Pop Ups zumuten? Was würdet ihr von solch einem Dienstleister denken, wenn ihr die Sichtweise eines potentiellen Kunden einnehmt? Also! Ein eigener Webhoster muss her – in meinem Fall nutze ich den schweizer Webhoster Cyon und hoste alle drei Homepages über das günstigste Paket.

Weiter solltet ihr euch eine eigene Domain reservieren. Für meine .ch Domains bezahle ich jeweils um die 15.- Franken pro Jahr – Peanuts wenn ihr dafür eine professionelle Aussenwirkung erzielen wollt. Würdet ihr einen Handwerker über die Webseite hansmuster.irgendeingratisanbieter.de beauftragen? Ich nicht.

Wie erstelle ich meine Webseite?

Klassische, statische Webseiten, lassen sich mit HTML programmieren – etwa im Windows Texteditor. Nur sehen die Resultate nicht besonders ansprechend aus (sofern ihr nicht mehr Ahnung davon habt, als ich) und statische Webseiten bringen so manche Nachteile mit sich. Wenn ihr beispielsweise nach einem Jahr eure Homepage um einen Blog ergänzen möchtet, müsst ihr diesen Punkt auf jeder Einzelseite eurer Webseite über den HTML Code einfügen. Glücklicherweise gibt es heutzutage einfachere und erst noch bessere Möglichkeiten. Meine persönliche Wahl: WordPress.

Installieren lässt sich WordPress denkbar einfach: Beachtet bei der Wahl eures Webhosters einfach, dass dieses unterstütz ist und im einfachsten Fall direkt über den Host installiert werden kann. In meinem Fall habe ich mich also eingeloggt und im entsprechenden Menü WordPress mit einem einfachen Klick installiert. Der darauf folgende Dialog ist auch für unerfahrene Nutzer relativ selbsterklärend. Füllt alles aus, bestätigt es. Gratuliere, ihr habt soeben eure Homepage erstellt. Natürlich sieht das Ganze noch etwas dürftig aus und muss mit einem schönen Design und Inhalten befüllt werden. Ich empfehle euch an diesem Punkt ein passendes Design (oder „Theme“) zu suchen. Über Google findet ihr eine grosse Auswahl an kostenlosen und kostenpflichtigen Designs, u.A. auch gezielt für Fotografen. Ob ihr Geld investieren möchtet, oder ob ihr euch mit einem der (teilweise sehr schönen) kostenlosen Designs entscheidet, müsst ihr mit euch selbst ausmachen. Kostenpflichtige Designs bieten den Vorteil, dass sie regelmässig mit Updates bedient werden (was punkto Sicherheit ein Thema sein kann) und ihr in den Genuss des Supports kommt. Kostenlose Designs wieder sind… Überraschung… Kostenlos!

Meiner Erfahrung nach ist die Suche nach einem passenden Design der nervenaufreibendste Teil auf dem Weg zur eigenen Homepage. Gerade bei kostenlosen Themes müsst ihr manche Nachteile in Kauf nehmen, was die Möglichkeiten zur Individualisierung angeht. Oft müssen mehrere Designs getestet werden, bis ihr ein passendes gefunden habt. Fehlende Funktionen können über PlugIns nachgerüstet werden, wobei ihr hier sicherstellen solltet, dass ihr euch für vertrauenswürdige Anbieter entscheidet (Stichwort: Sicherheit.). Ich empfehle definitiv das WordPress Jetpack zu installieren – es bietet euch tolle Möglichkeiten, was die Galerie angeht, sowie umfangreiche Statistiktools und viele weitere Features. Last but not least: Entscheidet euch unbedingt für ein responsives Design: Rund die Hälfte eurer Besucher sind mit dem Tablet oder dem Smartphone unterwegs – auch sie sollen eine tolle und einfache Nutzererfahrung haben.

Was muss auf die Webseite?

Achtet darauf, die Webseite nicht zu überladen. Definitiv zeigen solltet ihr euer Portfolio. Entscheidet euch für eure besten Bilder. Denkt mal auf diese Weise darüber nach: Wenn eure zwanzig besten Bilder online sind, wertet der nicht so gute Rest das Gesamtpaket doch bloss noch ab. Ausserdem solltet ihr sicher sein, dass ihr das zeigt, wofür ihr gebucht werden wollt. Wen ihr Hochzeiten fotografiert, zeigt Hochzeiten und nicht Makroaufnahmen aus dem nächstgelegenen Wald. Weiter braucht ihr aus gesetzlichen Gründen ein Impressum. Kontaktangaben oder gar ein Kontaktformular sollten vorhanden sein, sowie ein kleines „About Me“. Ob ihr Preise auf eurer Homepage veröffentlicht, ist eure eigene Entscheidung und hängt von eurer Marketingstrategie und Zielgruppe ab. Ein Blog bzw. eine News Sektion kann Sinn machen um Traffic zu generieren – jedoch bloss, wenn regelmässig Beiträge veröffentlicht werden. Liegt der letzte Beitrag zwei Jahre zurück, gehe ich als Besucher davon aus, die Seite sei inaktiv um nicht zu sagen tot. Nicht vergessen: Macht es euren Besuchern so einfach wie möglich, sich auf eurer Homepage zurechtzufinden.
Ich hoffe, ich konnte euch motivieren, das Langzeitprojekt „Eigene Webseite“ endlich in die Hand zu nehmen. Vielleicht müsst ihr, je nach Ansprüchen, mal einen Tag investieren – schnellere Lösungen lassen sich auch in ein paar Stunden umsetzen. Wenn ihr mit WordPress nicht klar kommt (ist bloss Übungssache, eigentlich ist es ganz leicht), greift eben auf die Möglichkeiten von 500px oder Behance zurück – immer noch besser, als keine Webseite zu haben. Ich möchte die Phrase „ist in Arbeit“ nur noch dann hören, wenn die Seite zwei Tage später steht! 😉

Was bedeutet TfP (nicht)?

Was bedeutet TfP (nicht)?

TfP – Time for Prints: Nahezu jeder Fotograf hat diesen Begriff mehr als einmal in seinem Leben gehört und das nicht immer in einem positiven Kontext. Das TfP Prinzip ist eine Alternative zum Shooting gegen Bezahlung (sei es nun das Model oder der Fotograf der bezahlt). Alle Beteiligten investieren Zeit und Arbeit in das Shooting und erhalten anstelle eines Honorars schlicht und einfach die Abzüge der finalen Bilder – wobei heutzutage die digitale Form wohl verbreiteter sein dürfte und die Bezeichnung Time for Pictures wohl angebrachter wäre. Anstatt direkt auf den Sinn des TfP Shootings einzugehen, möchte ich ein paar Worte darüber loswerden, was TfP nicht bedeutet, denn daraus erschliesst sich ein grosser Teil der Idee von selbst.
Studiofotografie Linda

 

„Toll, ein kostenloses Shooting!“

 

Gerade in der Weihnachtszeit wird der Posteingang so mancher Fotografen regelrecht mit TfP Anfragen überflutet: „Hi, mein Freund und ich suchen einen Fotografen für ein Pärchenshooting. Gerne auf TfP Basis!“. Leider muss ich euch enttäuschen, denn TfP ist kein Zauberwort um kostenlos an ein tolles Shooting zu kommen. Wenn ihr keine Erfahrung vor der Kamera habt, könnt ihr nicht damit rechnen, dass ein Fotograf seine Zeit für ein TfP Projekt aufwendet. Schlicht und einfach deshalb, weil eben nicht bloss aus Spass geshootet wird, sondern auch um künstlerisch weiter zu kommen und das Portfolio aufzuwerten. Das Model ist dabei ebenso entscheidend, wie der Fotograf. Grundsätzlich sollten sich die Portfolios aller Beteiligten auf einem vergleichbaren Niveau befinden. Bestimmt findet sich ein Fotograf, der sich für ein TfP Pärchenshooting gewinnen lässt: Ein absoluter Neueinsteiger ohne Portfolio. Die Bilder werden dementsprechend ausfallen. Mein Tipp: Sucht euch einen guten Fotografen in eurer Umgebung und bezahlt für euer Shooting einen angemessenen Preis – dann geht ihr auch mit guten Bildern nachhause.

 

„Toll! Kostenloses Make Up und Topmodels ohne Gage!“

 

Das Gegenbeispiel zum ersten Fall: Ein Fotograf sieht in einem TfP Projekt die Chance, ein professionelles Shooting nach seinen eigenen Vorstellungen umzusetzen. Models und Visas sind bloss Werkzeuge um sich ein tolles Portfolio aufzubauen. Nun, so funktioniert es auch nicht. Nicht nur der Fotograf, sondern auch alle anderen Beteiligten investieren Zeit und Arbeit in das Shooting und sollten als gleichwertige Partner betrachtet werden. Schliesslich wollen auch sie sich künstlerisch weiterentwickeln und ihre Ideen ins Shooting miteinbringen. Wer ein Team möchte, das die eigenen Vorstellungen ohne Wenn und Aber umsetzt, so sollte man dieses auch entsprechend bezahlen. Im Idealfall bringen sich alle Beteiligten kreativ in ein TfP Projekt ein und niemand geht mit dem Gefühl nachhause, kostenlos eine Dienstleistung erbracht zu haben, ohne seine eigenen Ideen umsetzen zu können.
Studiofotografie Melanie

 

„Toll! Eine ganz unverbindliche Sache“

 

Viele nehmen TfP Shootings auf die lockere Schulter: Kein Geld, kein Druck! Das ist schön und gut, denn TfP Projekte sind eine tolle Möglichkeit, neues zu versuchen und daran auch scheitern zu können. In diesem Sinne ist der fehlende Druck eine tolle Sache. Wenn nun aber die beste Freundin anruft oder sich ein Kumpel auf ein Bierchen treffen möchte, so stellen manche das vereinbarte Shooting hinten an. Ist ja schliesslich kein bezahlter Auftrag, also ist das auch nicht weiter schlimm. Falsch! Alle Beteiligten haben ihre Arbeit in dieses Projekt gesteckt und das ebenfalls ohne jegliche Vergütung. Konzepte und Ideen wurden erarbeitet, die Zeit wurde freigehalten und evt. wurden gar Investitionen getätigt (Raum- oder Equipmentmiete, Requisiten, Make Up, und so weiter). Nicht nur aus diesen Gründen, sondern ganz allgemein ist es respektlos einen TfP Termin kurzfristig aus fadenscheinigen Gründen abzusagen oder gar ohne Abmeldung nicht zu erscheinen. Fast jedes Model stand schon kurzfristig ohne den Fotografen da und umgekehrt und nur zu oft warteten beide vergeblich auf die Visagistin. Das geht so weit, das manche Leute die Fotografie als ihr Hobby an den Nagel gehängt haben oder sich anderen Genres zuwendeten. Sowas ist einfach nur traurig und eigentlich vermeidbar: Nehmt TfP Projekte Ernst und haltet euch an Vereinbarungen. Natürlich kann es zu unvorhersehbaren Situationen kommen, die ein Projekt kurzfristig unmöglich machen – etwa ein Unfall oder andere tragische Ereignisse. Sprecht mit den Beteiligten, denn wer etwas auf sich hält, zeigt in solch einem Fall Verständnis.

 

Warum TfP dennoch eine tolle Sache ist

 

Die vielen Negativbeispiele haben vielleicht so manchen abgeschreckt. Dennoch spreche ich mich klar für TfP Shootings aus. Für Einsteiger bieten sie eine tolle Möglichkeit, sich Kenntnisse in der Lichtführung, Retusche, Posing etc. anzueignen. Aber auch erfahrene und erfolgreiche Models und Fotografen können von TfP Projekten profitieren. Das eigene Portfolio kann durch freie Arbeiten erweitert werden, neues kann ausprobiert werden und nicht zuletzt ist es einfach nur toll, mit anderen Menschen kreativ zu arbeiten. Alle bringen ihre Ideen und Talente in ein Shooting mit ein und freuen sich über die tollen Resultate, die auf diesem Weg entstehen können. In diesem Sinne: Überlegt euch gut, ob ihr TfP Shootings pauschal ablehnen möchtet. Sinnvoller ist es meiner Meinung nach, regelmässig mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten, die sich auf einem ähnlichen Niveau befindet. Denn wenn ihr als Künstler eins akzeptieren müsst, dann ist es die Tatsache, das ihr noch nicht am Ende angelangt seid und euch stets weiterentwickeln könnt. TfP Projekte werden euch dabei helfen.
Outdoor Shooting Felicia
Übrigens: Solltet ihr Interesse an einem TfP Shooting mit mir haben, so freue ich mich selbstverständlich über eure Bewerbung!