Browsed by
Monat: Januar 2016

Härchen einfach entfernen

Härchen einfach entfernen

Heute habe ich kein umfangreiches Tutorial für euch, aber einen Photoshop Quicktipp, der euren Workflow massiv beschleunigen könnte. Und zwar geht es um kleine Härchen. Das können Stoppeln sein, wenn die letzte Rasur etwas lange zurückliegt oder auch Haare und Fussel auf Kleidung. Das ist natürlich nicht besonders schön, weshalb wir diese gerne entfernen möchten. Intuitiv greift man nun wohl als erstes zum Kopierstempel oder zum Reparaturwerkzeug und fängt an, die Härchen einzeln herauszuretuschieren. Damit kommt man sicherlich zum Ziel, doch gerade bei Kleidern ist diese Technik mit sehr viel Arbeit verbunden – nicht zuletzt, weil oftmals sehr sorgfältig gearbeitet werden muss, um die Struktur der Textilien nicht zu zerstören. Was könnte man also tun, um diesen Prozess deutlich zu beschleunigen? Ganz einfach: Wir verwenden einen Filter – „Staub und Kratzer“ um genau zu sein.

 

Vorgehensweise in Adobe Photoshop

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Die Härchen auf der Wange sollen entfernt werden.

 

Wir markieren also erstmals die Problemzone mit dem Lassowerkzeug. Meist empfiehlt sich eine weiche Kante von etwa 10px, wobei ich in diesem Falle gänzlich darauf verzichtet habe (was zeigt, wie sauber mit dieser Technik gearbeitet werden kann!). Das Bild stammt aus dem Beauty Shooting mit Linda – mit dabei war auch Roberto, ein Friseur. Nun waren wir in unserer Routine etwas zu unsorgfältig: Nachdem die Frisur etwas nachgeschnitten wurde, blieben einige abgeschnittene Härchen auf der Haut zurück. Kein Grund zur Sorge: Wir markieren die Haut wie gesagt relativ grosszügig um alle Problemstellen.

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Filter -> Rauschfilter -> Staub und Kratzer…

 

Nun nutzen wir die Funktion Filter –> Rauschfilter –> Staub und Kratzer… Solltet ihr den Filter zum ersten Mal verwenden, dürfte die Vorschau noch nicht besonders vielversprechend aussehen. Es gilt nun, mit den Werten zu experimentieren. Zentral ist dabei der sogenannte Schwellenwert. Der Filter erkennt, wie der Name schon sagt, Staub und Kratzer im Bild. Der Algorithmus greift auch bei Haaren – den wie ein Kratzer stellen diese einen kontrastreichen, strichförmigen Helligkeitsunterschied dar. Der Schwellenwert bestimmt, wie ausgeprägt dieser Unterschied sein muss, um vom Filter erfasst zu werden. Wählen wir einen sehr tiefen Wert, so stellen wir fest, dass die Haut weichgezeichnet wird: Selbst die Poren werden von Photoshop als Staub oder Kratzer interpretiert und entfernt. Das wollen wir allerdings nicht bzw. wenn, dann wollen wir eine Weichzeichnung der Haut mit anderen Mitteln erzielen. Entsprechend wählen wir einen Wert zwischen 10 und 20 Stufen – die untenstehenden Werte sind eine gute Ausgangslage.

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Radius 11 und Schwellenwert 16 sind eine gute Ausgangslage

 

Wir sehen bereits in der Vorschau: Unsere Vorgehensweise war ein voller Erfolg! Die Härchen sind mit wenigen Klicks spurlos verschwunden. In extremen Fällen können kleine Ungleichheiten bestehen bleiben, was sich jedoch sehr schnell mit den klassischen Retuschewerkzeugen korrigieren lässt – Photoshop sei Dank! Hier seht ihr das Ergebnis nach Anwendung des Filters:

 

Photoshop lernen: Staub & Kratzer
Die Härchen sind verschwunden!

 

Wie bereits erwähnt funktioniert diese Technik oftmals wunderbar bei der Bereinigung von Kleidern. Auch Hautschuppen an etwas trockenen Stellen können gleich mitmarkiert werden: Auch hier leistet der Filter oft gute Arbeit. In diesem Sinne hoffe ich, dass ich euch weiterhelfen konnte. In meinem Workflow kommt diese Vorgehensweise immer häufiger zur Anwendung, denn sie bringt eine enorme Zeitersparnis mit sich!

Viel Spass beim ausprobieren! Wenn ihr diese Technik noch nicht kanntet und etwas dazugelernt habt, lasst es mich wissen – ich freue mich über euer Feedback!

Jean Jansen: Lehmserie (Gastbeitrag)

Jean Jansen: Lehmserie (Gastbeitrag)

Angefangen habe ich mit meiner Lehmserie Anfang 2015, nachdem ich durch ein Video eines anderen Fotografen inspiriert wurde. Nach anfänglichen Problemen mit der Konsistenz  der Masse und den verschiedenen Wegen, diese dann auch zu trocknen, glaube ich mittlerweile, dass ich einen Weg  gefunden habe, um einen Menschen in Lehm zu hüllen, ohne ihn zu sehr zu strapazieren und dennoch ein super Ergebnis hinzubekommen.

 

Lehm
 

Hintergrund und Ziel

 

Ich habe mir das Ziel gesetzt, 50 verschiedene Personen zu portraitieren, um euch so zu zeigen, wie ausdrucksstarke Portraits mit minimalistischer Mimik zu vereinbaren sind.

Die Kernaussage hinter meinem Projekt lautet: Wir sind alle gleich und wir sehen uns mit dieser Schicht aus Lehm ganz anders, da sich unser Fokus durch die Akzentuierung der Strukturen im Gesicht komplett verschiebt.

 

Foto2.2
 

Wir sind alle gleich: Das bedeutet für mich, dass egal welcher Herkunft, Religion oder Sexualität jemand angehört, kein Mensch als besser oder schlechter ansehen werden kann als ein anderer.

Ich wünschte, wir wären frei von Stigmatisierung und Hemmschwellen, wenn es um den Kontakt zu anderen geht und wir aufgeschlossen durch die Welt gehen.

 

Umsetzung

 

Ich bekomme viel positives Feedback für meine Arbeiten und werde oft gefragt, wie der Aufbau der Location umgesetzt werden kann und wie man das Einmatschen der Personen am besten angeht. Das ist eigentlich ganz einfach und ich möchte euch einmal den Ablauf schildern. Ihr braucht dazu folgende Mittel:

  • Lehmpulver
  • Malerfolie 20m²
  • Ein Lackpinsel
  • Ein feinerer Pinsel
  • Ein Dauerlicht mit Schirm oder Softbox

Ich würde euch empfehlen, die Malerfolie komplett auszubreiten und dann auch die Lichtquelle auf ihr zu positionieren. Setzt nun euer Model in die Mitte auf einen kleinen Stuhl und fangt mit den Schultern an. Lasst das Gesicht erst einmal aus, denn der Lehm fühlt sich echt merkwürdig an und die Person soll sich erst einmal die Trocknung gewöhnen. Nachdem jetzt Schultern und Haare bearbeitet sind, könnt ihr mit dem Gesicht anfangen und danach mit der Trocknung. Ihr werdet schnell hören, dass die Mimik sehr stark eingegrenzt wird und dass es sich eventuell unangenehm anfühlt.  Je nach Dicke der Schicht, kann die Trocknung zwischen 20-30 Minuten dauern, wenn man nicht mit einem Fön arbeitet. Falls ihr das macht, achtet bitte darauf, dass ihr nicht zu nah ans Gesicht kommt, da es dem Model schnell zu heiß werden kann, was auch der Laune schadet. Stellt euch das Model nach der Trocknung mal in die Mitte und wandert mit der Lichtquelle um sie herum. Ihr werdet sehen, dass durch die verschiedenen Positionen, ganz unterschiedliche Looks entstehen. Nun geht’s an die Fotografie. Ich wünsche euch viel Spaß!

Das Lehmpulver habe ich übrigens bei Amazon im 5 Kg Sack bestellen können – diese Menge reicht für sehr viele Shootings vollkommen aus.

 

Über mich

 

Ich heiße Jean Jansen und komme aus der Nähe von Aachen. Angefangen mit der Fotografie habe ich 2011.

Bilder sind mir wichtig. So wichtig, dass ich fast sagen würde, dass ich eher auf andere Sachen verzichten könnte als auf Bilder. Egal, ob ich sie gemacht habe oder ein anderer Fotograf Bilder von mir gemacht hat. Bilder sind Zeitzeugen, die uns später hoffentlich helfen, uns an Ereignisse zu erinnern oder uns davor bewahren Fehltritte zu wiederholen.

 

Foto1
 

Ich wünsche mir, dass ich mit 70 meinen Enkelkindern Bilder zeigen kann und diese dann mit Staunen fragen, ob ich das bin. Bilder halten meine Entwicklung fest. Vor und hinter der Kamera. Danke dir Severin, dass  ich mich auf deinem Blog verewigen konnte.

 

http://jeanjansen.wix.com/jnsn

https://www.facebook.com/jnsnfoto/

https://www.instagram.com/monsieur_jansen/

 

 

 

Grundlagen: Kameraeinstellungen

Grundlagen: Kameraeinstellungen

Der heutige Beitrag soll sich an Fotografen in ihren Anfängen richten: Kameraeinstellungen! Dabei möchte ich die drei Grundeinstellungen vorstellen und erklären, sowie einige Worte über den Sinn und Unsinn von möglichen Rezepteinstellungen loswerden.

Oft werde ich gerade bei etwas aufwändigeren Landschaftsbildern gefragt, welche Einstellungen ich den verwendet habe. Die Intention dahinter ist natürlich, ein Bild und seine Entstehung besser zu verstehen und diese Informationen in die eigene Fotografie mit einbringen zu können. Für die absoluten Einsteiger möchte ich an dieser Stelle erst ein paar Grundlagen vermitteln: Welche Kameraeinstellungen gibt es eigentlich und wie beeinflussen sie die Aufnahme?

Read More Read More